Ist Religion gefährlich?

Macht Religion Menschen zwangsläufig radikal und fanatisch? Ist Religion nicht eine ständige Quelle von Streit, Intoleranz und Krieg, egal um welche Religion es sich handelt? Wäre es nicht besser, Religion ganz abzuschaffen?

Seit 1988 wird der Schriftsteller Salman Rushdie staatsoffiziell mit dem Tod bedroht durch den Iran. Revolutionsführer Khomeini hatte Rushdie mit einem Todesurteil belegt, nachdem der sich in seinem Buch „Die Satanischen Verse“ kritisch mit der Auslegung des Koran und dem Islam beschäftigt hatte. Nach 34 Jahren Leben in ständiger Bedrohung nun in diesen Tagen durch einen radikalisierten Fanatiker das Attentat, das der Schriftsteller nur knapp überlebt hat. Weltweites Entsetzen über die Tat – und Freudenschreie im Iran und in Pakistan. – Ist Religion gefährlich?

Meine Antwort ist: Nein! Nicht Religion ist gefährlich, sondern Menschen mit engstirniger, rechthaberischer, fanatischer Gesinnung sind gefährlich. Weil sie jede Religion der Welt missbrauchen können für ihre eigenen unheiligen Zwecke.

Jesus Christus widersteht dem Fanatismus. Und setzt ihm die Kraft der „besseren Gerechtigkeit“ (Matthäusevangelium 5, 20) entgegen: die Kraft der Liebe und der Weite des Herzens. Er hat damit den Maßstab gesetzt, an dem sich unser Tun als Christen in Kirche und Gesellschaft auch heute orientieren kann und soll. Diese Liebe motiviert Jesus dazu, dienend sein Leben für alle Menschen zu geben, damit alle Menschen Frieden haben. Mit Gott, mit sich selbst, mit dem Nächsten.

Gott ist ein Gott des Friedens. Und Religion kommt da zu ihrem Ziel, wo sie dem Frieden dient.

November 2026
Nov. 29
Nov. 30

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