Wer sich mit unserer Sprache beschäftigt, hat es zurzeit nicht leicht. Es wird viel gestritten um Ausdrucksweisen, Gendern und vieles andere, die Sprache betreffend. Was hat das mit meinem Glauben zu tun, werden Sie fragen. Vielleicht viel, vielleicht wenig oder auch gar nichts. Beziehen wir jedoch mal Begriffe auf den Glauben an Gott.
„Schlau oder klug“ – die Frage nach dem Unterschied ist auch für einen Muttersprachler schwer zu erkennen. Der zweite Blick jedoch offenbart: „Schlau“ hat eine Besonderheit. Der Schläue haftet der Beigeschmack des Egoismus an. „Gerissen“ oder „schlau wie ein Fuchs“ – diese Ausdrücke weisen auf unlautere Methoden hin. Ein „schlauer Fuchs“ behält sein Wissen, um schneller als andere zum Ziel zu kommen. „Klug“ dagegen hat eine etwas andere Nebenbedeutung: „weise“, und das bedeutet, viel gelernt zu haben, bereit zu sein, etwas Neues dazuzulernen. Auch Lebenserfahrung gehört zum Begriff „klug“. Den Begriff „klug“ kann man ohne Hintergedanken nutzen.
Abraham können wir „klug“ nennen: Er machte Lot den Vorschlag, sich friedlich zu trennen. Lot wählte „schlau“ zu seinem Vorteil. Jedoch – man sieht sich im Leben immer ein zweites Mal. Letztlich war Abraham im Vorteil. Der Unterschied zwischen „schlau“ und „klug“ ist jetzt klar.
Jesus erzählte auch das Gleichnis vom Hausbau. Der eine Bauherr sparte und baute in der Wüste auf Sand. Regen war ein recht unwahrscheinliches Ereignis in der Wüste. Der andere Bauherr entfernte den Sand und baute auf einem Fundament. Als der Regen dann kam, war der Unterschied schnell sichtbar. Das auf Sand gebaute Haus stürzte ein, das auf dem Fundament gebaute Haus blieb stehen.
Bezogen auf den christlichen Glauben kennen wir auch das Wort Jesu: „Darum, wer meine Rede hört und danach tut …“. Ja, wer macht das schon. Manchmal tut das weh, bringt nicht den erhofften Vorteil. Handeln wir „schlau“ oder „klug“? Nicht immer sind die Dinge, die auf den ersten Blick einen Vorteil bringen, die richtige Wahl. Klug handeln bedeutet, Jesus zuzuhören und nach seinem Rat zu handeln. Solches Handeln berücksichtigt uns selbst und auch unseren Nächsten.