Back to Church warum?

Warum in die Kirche gehen?

an dieser Stelle werden wir in den nächsten Tagen weitere Gründe veröffentlichen warum Menschen in die Kirche gehen.

  • Die Feste im Jahresverlauf, Ostern, Erntedank, Weihnachten sind für manche Menschen ein Grund.
  • eine Einladung von Freunden zum Gottesdienst.
  • eine Hochzeit, Taufe jedoch auch  eine Beerdigung.
  • die besondere Atmosphäre
  • die Ruhe in einer Kirche
  • man kann dort gut Nachdenken.
  • Trost finden.
  • neue Kraft schöpfen
  • wer an Gott glaubt, kann sich bei ihm für etwas bedanken
  • oder Gott um etwas bitten
  • Mut finden
  • Wahrheit finden , die über einen selbst hinausgeht
  • aus der Sehnsucht nach inneren Frieden
  • aus Sehnsucht nach Segen
  • Hoffnung über den Tod hinaus
  •  Auftanken statt leerzulaufen
  • weltweite Gemeinschaft
  • Zeit für ein Gebet finden
  • Stille erleben
  • Seelsorge und Beratung
  • Menschlichkeit
    In Krankenhäusern und anderen sozialen Einrichtungen der Kirche schaffen viele haupt- und ehrenamtlich Engagierte ein besonderes, menschliches Klima 

Back to Church

Der Back to Church Sonntag

Alles begann in England genauer gesagt in Manchester. Ein Pfarrer schlug seiner Gemeinde vor, am nächsten Sonntag Menschen, die vielleicht noch nie eine Kirche betreten haben, zum Gottesdienst einzuladen. Menschen einzuladen, die vielleicht seit Jahren keinen Gottesdienst besucht haben, aus Frust, Ärger oder persönlichen Gründen. Es kamen mehr Menschen auf Grund der persönlichen Einladungen als man zu hoffen gewagt hatte.  Viele Gemeinden rund um Manchester schlossen sich dieser Idee an. Mittlerweile findet der „Back to Church Sonntag“ regelmäßig in ganz England statt. Viele Gemeinden unterschiedlicher Konfessionen nehmen daran teil. Alle Gemeinden machen die Erfahrung, dass Menschen diese Gottesdienste, besuchen die schon lange nicht mehr in der Kirche waren. Der Impuls des „Back to Church Sonntags“ hat zur Folge, dass die Gastfreundschaft und Willkommenskultur in den Gemeinden gestärkt wurde und die Gottesdienste bewusster gefeiert werden.

Bringen Sie jemanden mit.
Möchten Sie mit mir zur Kirche gehen?

Das ist die Idee

Laden sie einfach ein. Sie werden überrascht sein welche Gespräche sich entwickeln, wenn Sie die obige Frage stellen. Haben Sie Mut diese Frage zu stellen, haben Sie Mut eine Kirche, einen Gottesdienst zu besuchen. Kommen Sie uns besuchen.

Ökumenischer Open-Air Gottesdienst Pfingsten 2022

Witten

Bereits zum dritten Mal lud die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Witten zu einem ökumenischen Open-Air-Gottesdienst am Pfingstmontag ein. Unter dem Motto „Komm, Heil’ger Geist, kehr bei uns aus!“ fand ein gemeinsamer kurzweiliger Gottesdienst für die ganze Familie auf dem Gelände der  Zeche Nachtigall im Wittener Muttental statt.

Ökumene am Fluß

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus –

trotz dieses gängigen Sprichworts stößt die bevorstehende Vollversammlung des ökumenischen Weltkirchenrates bisher auf wenig Resonanz in den Gemeinden vor Ort. Das ist ein Grund, warum die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) unter dem Motto „Ökumene am und im Fluss“ ein ökumenisches Pilgerprojekt gestartet hat. 

Mit dem Fahrrad geht es entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse von NRW nach Karlsruhe, wo am 31. August die 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) beginnt. Der Weltkirchenrat tagt erstmals in seiner Geschichte in Deutschland.

Der Startschuss zu diesem Pilgerweg fiel am Samstagvormittag in Witten. 35 Mitglieder aus den sechs Mitgliedskirchen der lokalen ACK begannen mit einer Pilgerandacht in der St. Franziskuskirche und radelten dann bei strahlendem Wetter den Ruhrtalradweg entlang bis nach Bochum-Dahlhausen, wo sie von einer Delegation der Essener ACK empfangen wurden. Auch der Wittener Bürgermeister Lars König war mit von der Partie. Das gute Miteinander zwischen den Religionsgemeinschaften ist ihm ein Herzensanliegen.

In der Mittagszeit legte die bunt gemischte Gruppe einen Zwischenstopp in der Hattinger St. Georgskirche ein, wo eine kleine geistliche und körperliche Stärkung auf die Pilgernden wartete. Neben einem erbaulichen Impuls gab es dort auch eine schmackhafte Suppe und Brot. In Bochum-Dahlhausen wurde der Pilgerstab dann an Vertreter der katholischen und der neuapostolichen Kirche übergeben, die sich am kommenden Samstag aufden Weg Richtung Essen Kettwig machen werden.

„Natürlich verändern wir mit so einer Fahrradtour nicht die Welt“, meint Superintendentin Julia Holtz schmunzelnd, „aber wir haben heute nicht nur ökumenische Gemeinschaft im wahrsten Sinn des Wortes erfahren, sondern darüber hinaus auch ein sichtbares Zeichen für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung gesetzt.“ 

Julia Holtz
Superintendentin

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht!“

Dieser Spruch meiner Großmutter fiel mir ein, als ich am am 22. März auf der Internetseite des Deutschlandfunks den Artikel „Osterwitz und Osterlachen  wiederentdeckt – Gegen die Schwere des Todes“ von Christian Röther fand. Zu Beginn seines Artikels stellt Röther die Frage: „Darf man in der Kirche lachen?“ Er beantwortet sie selbst: „Soll man sogar, und zwar an Ostern, dem höchsten christlichen Fest. Zumindest dann, wenn der Pfarrer einen Osterwitz erzählt, um ein Osterlachen hervorzu-rufen. Ein Brauch, der lange fast vergessen war, jetzt aber wiederentdeckt wird.“ Als seinen „Zeugen“ benennt er den bekannten bayerischen Theologen  Rainer Maria Schießler, Pfarrer der katholi-schen Gemeinde St. Maximilian im Glockenbachviertel in München. Der praktiziert das Osterlachen mit Leidenschaft. Rainer Maria Schießler ist einer der bekanntesten Pfarrer Bayerns. Er schreibt Bücher, tritt in Radio und Fernsehen auf, ist um einen Witz selten verlegen – auch nicht an Ostern. Denn in der Ausbildung habe sein Pfarrer ihm beigebracht:

„Musst dir merken für dein Leben: Ein Osterwitz ist oft schwieriger, aber wichtiger als eine Osterpredigt. Weil wenn du einen Witz erzählst und die Leute lachen nicht, dann geht der Schuss nach hinten los. Aber wenn sie lachen, dann hast du eine Kirche voller Menschen, die lachend in diesen Tag hinausgehen.“

Rainer Maria Schießler ist Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Maximilian im Glockenbachviertel in München. Er ist auch in München aufgewachsen, und Süddeutschland ist die Region, in der das Osterlachen am weitesten verbreitet war und wieder ist. Aber es war eine Zeitlang ziemlich in Vergessenheit geraten. Auch Schießler hat von dem Brauch erst als Erwachsener erfahren.

„Ich glaube, ich bin in einem sehr biederen Viertel großgeworden. Ich selber kenne es aus meiner Kindheit auch nicht. Da ist Ostern wohl ziemlich konventionell abgelaufen. Sondern ich habe es wirklich erst an meiner ersten Seelsorgestelle kennengelernt. Ich war bei einem urbayerischen Pfarrer auf dem Land draußen, und der hat gesagt: Wenn das schon so drinsteht – ja, auf Bayerisch – dann müssen wir was draus machen. Dann müssen wir die Leute zum Lachen bringen.“

–   Wenn was wo „so drinsteht“?

Vom Osterlachen steht nichts in der Bibel. Laut den Evangelien hat an Ostern niemand gelacht, schon gar nicht Jesus selbst. Die Auferstehung war eine freudige, aber ernste Angelegenheit.  Aber: Also die biblische Wurzel“, sagte der alte Pfarrer, „die liegt mit Sicherheit beim Apostel Paulus. Seine Worte werden ja an Ostern immer gerne vorgetragen. Wo er schon fast spöttisch hinausruft: dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Also, er lacht den Tod aus.

Humor ist wenn man trotzdem lacht! – Humor gegen die schwere des Todes! – auch in unserer, momentan tief getrübten Zeit. Wann genau das Osterlachen aufkam, ist unklar. Wohl im späten Mittelalter, im 14. oder 15. Jahrhundert. Unter dem lateinischen Begriff „risus paschalis“ fand der Brauch Einzug in die Osterliturgie. Mit der Reformation geriet das Osterlachen in der evangelische Kirche in Misskredit und spätestens seit der Aufklärung ging dieser heitere Brauch auch in der katholischen Kirche verloren. Auch heutzutage beobachten wir noch, dass viele Religionsvertreter zum Lachen in den Keller zu gehen scheinen – oder sie nehmen sich und ihre Religion so ernst, dass sie das Lachen verbieten.

Jedoch das Lachen ist vielen Menschen so wichtig wie ihr Glaube.

Der oben zitierte Münchner Pfarrer Schießler beobachtet, dass der Osterwitz und das Osterlachen immer beliebter werden: „Ich bemerke also in den letzten 20, 25 Jahren, dass selbst der Begriff ‚risus paschalis‘ ein gängiger Begriff unter Liturgen geworden ist.“ Und zwar nicht nur in der katholischen Kirche: „Die evangelische Kirche tut sich da sogar noch leichter, weil sie ja nicht diese strenge Agenda haben wie wir in unserer Liturgie.“

Bei meinen weiteren Recherchen zu diesen Ostergedanken stieß ich auf einen verläßlichen Zeugen, wenn nicht gar „Kron-Anwalt“ für den Brauch des Osterlachens:

Vor über 300 Jahren lebte in Bayern ein Pfarrer namens Andreas Strobl, der über ein Dutzend Erbauungsbücher und Predigtsammlungen zu Sonn- und Feiertagen veröffent-lichte. Strobls umfangreiche Predigtzyklen dienten als Hilfsbücher für andere Kanzelredner sowie als Erbauungs- und Unterhaltungslektüre für den privaten Gebrauch. Sein Erfolg als Prediger und Schriftsteller beruhte auf der gelungenen Verknüpfung von sittlich-religiöser Unterweisung und unterhaltsamer Erzählkunst.

Er gilt als geschichtenreicher „Erzähler auf der Kanzel“ (Elfriede Moser-Rath) im Barock. So nutzen auch die Brüder Grimm seine Geschichten für ihre „Kinder- und Hausmärchen“. Er selbst charakterisierte sich als  ‚eine schwarze Bauren-Ambsel‘(vgl. Manfred Knedlik: Strobl, Andreas)

Strobl war besonders bekannt für seine humorvollen Osterpredigten. In seinem Buch „Noch ein Körbel voll Oster-Ayr“von 1698 gab er seinen Mitbrüdern den Rat, sie sollten an Ostern die Zuhörer „mit zu vielen Lehren und Ermahnungen nicht überladen, so wie man den Magen mit vielfältigen Speisen nicht überschütten und beschweren muss.“ Viele seiner Kollegen hielten sich daran, die Gläubigen hatten ihre Freude an den lustigen Einfällen ihrer Prediger, das „Ostergelächter“ wurde ein fester Bestandteil des Gottesdienstes: Zwischen dem „Amen“ der Predigt und dem Glaubensbekenntnis durfte die Gemeinde laut und herzlich lachen.

Leider trieben es manche Pfarrer mit der Zeit zu bunt: Sie imitierten auf der Kanzel Tierschreie und erzählten Witze, die – so schrieb ein Historiker – „zu erzählen ein anständiger Mensch nicht einmal am Biertisch wagen würde.“ Auch das mag ein Grund gewesen sein, das das Osterlachen aus der Kirche verschwand. Dabei hat das Osterlachen meiner Meinung nach in seiner ursprünglichen Form einen tieferen Sinn: „Wenn wir die Frohe Botschaft des Osterfestes wirklich ernst nehmen, dann haben wir allen Grund zum Lachen. Wenn wir daran glauben, dass am Ende das Leben steht, dass Leid und Tod immer das Vorletzte bleiben, dann kann die Grundhaltung der Christen eigentlich nur der Humor sein.“ (Wolfgang Raible)

Dann kann auch der Spruch meiner Oma: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ als unser österliches Lachen verstanden werden. Nur wer an die Treue und Liebe Gottes glaubt, kann trotz der eigenen Unzulänglichkeiten noch lachen, trotz der schlimmen Not, die es um uns herum gibt, trotz der abscheulichen Ereignisse, die uns zur Zeit bewegen. Man bekommt eine innere Distanz zu allen vorläufigen und letzten Dingen, weil man im Letzten in Gott seinen Stand, seinen Halt hat. Das heißt nicht, dass wir nicht mit aller Kraft gegen das Leid, gegen die Ungerechtigkeit, die wir verhin-dern können, angehen müssen – es bedeutet aber, dass wir im Leid, das wir nicht ändern können, nicht verzweifeln müssen. Es scheint, dass mit dem Osterlachen auch der Humor aus der Kirche verschwunden ist.

Benny Grey Schuster, ein evangelischer Theologe der für die dänische Volkskirche arbeitet hat die Notwendigkeit des Lachens in der Kirche erkannt und ein dickes Buch geschrieben über das Osterlachen. Es sei überraschend, dass dieser Brauch überhaupt entstanden ist, sagt Schuster. Denn früher habe es in der Kirche geheißen: Das Lachen kommt vom Teufel. „In Dänemark – und vermutlich auch in Deutschland – würden christliche Gemeinden würde heute immer häufiger mal lachten“, mutmaßt Benny Grey Schuster. Und es sollte mehr werden. Selbst der emeritierte Papst trauert deshalb dem alten Brauch nach: „Zur barocken Liturgie“ – schreibt er – „gehörte einst der ‚risus paschalis‘, das österliche Lachen … Das mag eine etwas oberflächliche und vordergründige Form christlicher Freude sein. Aber ist es nicht eigentlich doch etwas sehr Schönes und Angemessenes, das Lachen zum liturgischen Symbol geworden war?“ (J.Ratzinger, 1984).

Vielleicht sollten wir doch wieder bei  Rainer Maria Schießler  oder den Barock-predigern mit ihren pfiffigen Ideen in die Schule gehen. Einer von ihnen hat in der Osternacht einmal folgende Geschichte erzählt:

Ein reicher Geizhals überlegte sich Tag und Nacht, wo er wohl seinen Schatz am besten verstecken könnte, denn er traute seinen Dienern und Verwandten nicht über den Weg. Da er in seinem Haus eine kleine Kapelle mit Hausaltärchen hatte, kam er auf die Idee, ein Modell des Grabes Christi aufzustellen und seinen Schatz dort drinnen zu verstecken. Damit es niemand wagte, hineinzuschauen, schrieb er groß auf den Grabaltar: „Hier liegt Christus begraben!“ Einer von den Dienern merkte bald, dass sein Herr viel ‚frömmer‘ wurde und lange Zeit vor dem Altar zubrachte. Als der Geizhals einmal auf Geschäftsreisen ging, durchsuchte der Diener den Grabaltar und fand den Schatz. Er nahm ihn heraus, löschte die alte Inschrift aus und schrieb groß darauf: „Christus ist nicht hier, er ist auferstanden!“ (nach Wolfgang Raible

Sich selbst nicht ernst zu nehmen, über die kleinen und großen Widersprüche des Lebens lachen können – das ist das Kennzeichen des christlichen Humors, der österlichen Freude.

„Eine Frage: Sind wir für die anderen Ostermenschen? Tragen wir ein Lächeln  der Auferstehung im Gesicht?“ Wenn wir diese Frage eines zeitgenössischen Theologen mit „Ja“ beantworten können, haben wir Ostern richtig gefeiert – und eine humorvolle Osterpredigt wäre da eine gute Hilfe …

In diesem Sinne ein frohes und gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen

Ihr

Joachim Gresch, kath. Delegierter bei der ACK Witten

P.S.:   Feiern wir nicht jeden Sonntag Ostern?!

Friedensgebete Ukraine

Angesichts der aktuellen Ereignisse in der Ukraine ist die Gemeinschaft der Christinnen und Christen in Witten fassungslos. Völkerrechtlich anerkannte Grenzen werden einseitig verletzt und mit massiver Gewalt die Souveränität und Unversehrtheit der Menschen in der Ukraine aufs Spiel gesetzt. Die Mitglieder der sechs Mitgliedskirchen der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) können und wollen nicht glauben, dass es keine Chancen mehr auf gewaltfreie Verständigung gibt. Daher werden sie gemeinsam um Einsicht und Besonnenheit für die Verantwortlichen beten, um Mut zur Umkehr und um die Kraft zum Frieden.

Zum ökumenischen Friedensgebet der ACK am Samstag, dem 26. Februar 2022 um 16.30 Uhr in der evangelischen Johanniskirche an der Hauptstraße sind alle herzlich eingeladen.

Im November 2018 haben sich sechs Konfessionen in Witten in einem feierlichen Gottesdienst zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (Stadt ACK) zusammengeschlossen. Ihrem Leitsatz gemäß wollen sie ihrer Gemeinsamkeit im Glauben an den einen Herrn Jesus Christus gerecht werden – zur Ehre Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und zum Wohl dieser Stadt.

Der Stadt ACK Witten gehören an:
die Evangelische Kirche (Evangelischer Kirchenkreis Hattingen-Witten, Gemeinden in Witten),
die Römisch-Katholische Kirche (Pastoraler Raum Witten),
die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Witten (Baptistengemeinde),
die Evangelisch-Lutherische Kreuzgemeinde Witten (Selbstständig Evangelisch-Lutherische Kirche),
die Freie Evangelische Gemeinde Witten (Bommern) und
die Neuapostolische Kirche Bezirk Ruhr Süd, Gemeinde Witten

Der Vorsitzende ist Pfr. Claus Humbert von der evangelischen Gemeinde in Annen.

Gedanken zum Februar 2022. Baum und Landstreicher

Jes 6,1-8 /  Lk 5,1-11 

Baum und Landstreicher (nach einer Idee von Wolfgang Raible)

 Wenn ich so beeindruckende Visionen gehabt hätte wie Jesaja, dann wäre ich vielleicht auch Prophet geworden und hätte gesagt: „Hier bin ich sende mich!“ Wenn mich Jesus mit einem Wunder überzeugt und so direkt angesprochen hätte wie Petrus, dann wäre ich ihm wohl auch bedingungslos nachgefolgt. Zwei spektakuläre Berufungsgeschichten in den Texten zum 5. Sonntag im Jahreskreis am 6. Februar: Jesaja sieht die Herrlichkeit Gottes, hört seine Stimme und übernimmt daraufhin das Amt des Propheten. Petrus erlebt hautnah die unwiderstehliche Kraft Jesu und lässt sich daraufhin die Aufgabe des Menschenfischers übertragen.

Und wir? Wie erkennen wir ohne eine solche außergewöhnliche Erfahrung, was unsere Lebensaufgabe ist? Wie entdecken wir ohne einen solchen Eingriff Gottes unsere Berufung? Wie erfahren wir ohne eine solche „wunderbare“ Begegnung, was Jesus mit uns vorhat?

Was heißt Nachfolge, was heißt Berufung heute – für Sie, für mich?

Eine kleine, ganz unspektakuläre Geschichte könnte uns bei der Beantwortung der Fragen helfen: „Das stehst du nun“, sagte der Landstreicher zum Baum, „du bist zwar stark und groß, aber was hast du schon vom Leben? Du kommst nirgendwo hin, kennst den Fluss nicht und die Dörfer hinter dem Berg. Immer an derselben Stelle – du kannst einem leidtun!“ Er packt sein Bündel und geht los.

„Da gehst du nun“, sagte der Baum. „Immer bist du unterwegs und hast keinen Platz an den du gehörst. Du kannst einem leidtun!“ Der Land-streicher bleibt stehen. „Meinst du wirklich, was du sagst? – Ich gehe in die Welt, Tag für Tag, ich kenne die Menschen, die Häuser, die Städte, …“ „Zu mir kommt die Welt“, sagt der Baum, „der Wind und der Regen, die Eichhörnchen und die Vögel. Und in der Nacht setzt sich der Mond auf meine Zweige.“ – „Ja“, sagt der Landstreicher; „aber das Gefühl zu gehen – Schritt für Schritt.“ „Mag schon sein“, sagt der Baum, „aber das Gefühl zu bleiben – Tag und Nacht.“

„Wurzeln zu haben“, sagt der Landstreicher, „das muss ein tolles Gefühl sein!“ „Ja“, sagt der Baum, „ganz ruhig und fest ist es. Und wie lebt man mit den Füßen?“ „Ganz leicht“, sagt der Landstreicher, „flüchtig und schnell!“ „Wenn wir tauschen könnten“, sagt der Baum. „Für eine Weile.“„Ja“, sagt der Landstreicher, „das wäre schön.“ „Lass uns Freunde sein“, sagt der Baum. Der Landstreicher nickt und sieht ihn an. „Ich werde wiederkommen“, verspricht er, „und ich werde dir vom Gehen erzählen.“ – „Und ich“, sagt der Baum, „erzähle dir dann vom Bleiben.“

Baum und Landstreicher – diese Symbole stehen für die beiden Pole unserer christlichen Berufung: bleiben und gehen, verwurzelt sein und beweglich bleiben, im Glauben eine Heimat haben und mit dem Evangelium unterwegs sein. Und wo zwei Pole sind, das wissen wir aus der Elektrotechnik, da entsteht bekanntlich Spannung. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und mir ein spannendes, ein interessantes Leben in der Nachfolge Jesu.

Kommen Sie gut und gesund durch die Zeit.

Ihr

Joachim Gresch

 

 

Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ (Johannes 6,37)

Ein neues Jahr hat begonnen.2022. Unsicher stehen wir davor. Was wird es bringen? Was darf ich erwarten? Werden wir wieder frei leben können ohne Corona-Ängste? Werden sich Türen öffnen für neue Kontakte und belebende Beziehungen? Oder werden weiterhin Türen geschlossen, aus Angst, aus Unsicherheit? Was werden die Flüchtlinge erleben in diesem Jahr, die an den Grenzen Europas anklopfen? Geöffnete Türen oder verschlossene, offene Herzen oder in sich verkrümmte Menschen?

Auch Jesus und die Menschen um ihn herum kennen „Türmomente“. An solche Erfahrungen knüpft Jesus an, wenn er zu ihnen sagt:

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ (Johannes 6,37)

Und er hat so gehandelt. Hat sie nicht abgewiesen, die zu ihm kamen. Hat sie geheilt, die Leute von der Landstraße. Blinde, Lahme, auch Aussätzige wurden nicht davon gejagt, die Bettler, die ihm die Hände bittend entgegenstreckten, wurden nicht enttäuscht.  So, sagt Jesus, handelt Gott.  Mit der Geschichte vom  Verlorenen Sohn macht Jesus deutlich: Wie dieser Vater ist Gott.  Selbst der verlotterte Sohn, der das Erbe verprasst hat, wird mit offenen Armen empfangen. Unglaublich.  Gottes Haus hat offene Türen. Gott wartet darauf, dass wir zu ihm kommen, die Tür steht schon weit offen.  Er lädt uns ein: Komm, tritt ein in sein Haus, komm, mit all dem, was dich belastet und krank macht. Mit deinen Sorgen und Zweifeln, mit deinen Ängsten und deiner Schuld. Er wartet auf dich. Hat dich schon längst gesehen, von weitem erkannt. Er weist dich nicht ab. Öffnet dir die Tür zu seinem Haus, seinem himmlischen Reich.  Mehr noch, zu seinem Herzen und sagt dir zu:  Auch für dich bin ich da. Auch dich hab  ich lieb. Auch du gehörst zu mir. Ins Haus der offenen Tür.

Was für eine großartige Einladung. Jesu Zusage als Jahreslosung 2022. Und wir können es ihm nachmachen,  Türen öffnen und unser Herz weiten. Wer weiß, was uns im neuen Jahr möglich ist.

Walter Hein

Zum Jahresbeginn

Vor knapp 200 Jahren schrieb Christoph Christian Hohlfeldt das bekannte Kirchenlied: „Mit dem Herrn fang alles an! Kindlich musst du ihm vertrauen, darfst auf eigne Kraft nicht bauen; Demut schützt vor stolzem Wahn.“ Das ist auch heute noch für viele Glaubende ein Leitmotiv. Vertrauen auf Gott, Hoffnung auf göttlichen Beistand und einen offenen Blick für die Zukunft.

Gerade in diesen Zeiten ist Gott die Konstante in unserem Leben, der wir uneingeschränkt vertrauen können. Werfen wir unser Vertrauen nicht weg. Bleiben wir vielmehr an der Hand Gottes. So kommen wir nicht nur sicher durch die vor uns liegende Zeit sondern erreichen letztendlich auch das Ziel unseres Glaubens.

Udo Bilgard

 

Was hat wohl der Esel gedacht, in der Heiligen Nacht…….

als plötzlich mitten in der Nacht eine Schar Menschen im Stall auftauchte und ihn in seiner Nachtruhe störte, sein Futter zur Unterlage für ein neugeborenes Baby wurde. War er wohl sehr empört?

Ich weiß nicht wirklich, was der Esel gedacht hat, merke aber, dass Gedanken dieser Art mir nicht ganz fremd sind. Unterbrechungen, die mich aus meinem Alltagstrott bringen, Absprachen die umgeschmissen werden, Erwartungen und Pläne die sich nicht erfüllen… ich empfinde sie in meinem gut geordneten Leben und Alltag als störend.

„War doch gerade alles gut so“, denke ich und bin plötzlich herausgefordert umzudenken, muss sicher geglaubten Wege verlassen und neue Perspektiven einnehmen. Gott fordert uns auf alte eingetretene Wege zu verlassen und die Blickrichtung zu wechseln.  Er wünscht sich für uns, dass wir frei werden, von allem was uns belastet und unruhig sein lässt und dass unser Leben eine neue Ausrichtung bekommt. Gott schenkt uns seinen Sohn, opfert ihn für uns und gibt uns so eine neue Lebensperspektive. Eine, die weit über das hinausgeht, was wir hier und jetzt sehen können. Es ist die Perspektive auf ein Leben in Ewigkeit. Ich denke, dafür lohnt es sich den „Alltagstrott“ zu verlassen!

Warum Gott das tut? Aus einem einzigen Grund. Weil er dich und mich liebt und möchte, dass du und ich gerettet werden. Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. (Johannes 3, 16 – NLB).

Was hat wohl der Esel gedacht zu finden über Google in YouTube. 

Annette Grabosch (Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Witten)

Familiengottesdienst für Kinder, Erwachsene und einem Esel

Wenn es nach Leckereien wie gebrannten Mandeln duftet, ist wieder Weihnachtsmarktzeit. Der Duft, die Buden und Attraktionen laden uns dazu ein, den Advent zu genießen und uns auf Weihnachten zu freuen. Warum also nicht die Weihnachtsbotschaft und den Weihnachtsmarkt miteinander verbinden und einen Familiengottesdienst auf dem Weihnachtsmarkt feiern?
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) lädt Kinder und Familien zu einem lebendigen und abwechslungsreichen Gottesdienst am 1. Advent, dem 28. November um 14 Uhr auf den Wittener Rathausplatz ein. Mit dabei sein werden auch zwei Esel, die uns etwas von Hoffnung erzählen

Erntedank

Äpfel und Kartoffeln, Getreide und Kürbisse, Trauben und Zucchini – einmal im Jahr finden die reichen Gaben der Natur ihren Weg in die christlichen Kirchen. Die Altäre sind mit prächtigen, farbenfrohen Arrangements geschmückt, die Menschen bringen Obst und Gemüse in die Gotteshäuser.

Mit der industriellen Massenherstellung von Lebensmitteln und dem weltweiten Handel wurde das Bewusstsein für die Abhängigkeit von heimischen Ernten geringer. Der Erntedanktag soll das Wunder der göttlichen Schöpfung wieder ins Bewusstsein rufen und daran erinnern, dass wir letztlich alles aus der Hand Gottes empfangen haben.

Immer stärker rückt am Erntedanktag auch der Aspekt der Bewahrung der Schöpfung in den Mittelpunkt. Viele Gemeinden starten besondere Aktionen zur Hilfe für Mitmenschen oder stellen den Umweltschutz in den Vordergrund. Erntedank soll damit nicht nur ein Tag des Dankens, sondern auch des Nachdenkens über unser Handeln als Christen in dieser Welt sein.

Als Christen, die ihren Glauben mit wirklicher Überzeugung leben wollen, sind Christen nicht nur dankbar für die göttliche Schöpfung, sondern wollen auch verantwortungsvoll mit ihr umgehen.

Udo Bilgard

Gedanken zum November / zur Ewigkeit

Das Leben ist „immer im Fluss“, wussten schon die alten Griechen, „alles fließt“ sagten sie. Nicht erst in unserer heutigen Zeit haben viele Menschen das Gefühl, dass Dinge und Entwicklungen sich immer schneller wandeln und verändern.

Auch die Art, wie wir mit dem Abschiednehmen, dem Sterben und der Erinnerung an unsere Toten umgehen, verändert sich. Nur noch wenige werden von Freunden und Nachbarn „zu Grabe“ tragen. Nicht selten findet gar keine Trauerfeier statt, in der feste und gewachsene Rituale helfen, die Trauer und das Abschiednehmen zu gestalten.

Für Christinnen und Christen hängt der Glaube an die Auferstehung und das ewige Leben nicht von der Bestattungsform ab. Eher umgekehrt ist die Form ein Ausdruck ihres Glaubens.

Der November ist mit dem Gedenken an die Verstorbenen verbunden. Katholische Christen erinnern ihre Toten an Allerheiligen (1.Nov.) und Allerseelen (2.Nov), evangelische Christen am Ewigkeitssonntag (volkstümlich: Totensonntag). In den Gottesdiensten werden die Namen derer laut verlesen, die im Laufe des Jahres verstorben sind. Nicht selten wird den Hörenden dabei bewusst, dass die Namen und damit auch die dazu gehörenden Menschen schon fast aus dem Gedächtnis verschwunden sind.

Jesus sagt zu seinen Leuten: Freut euch, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind (Lukasevangelium 10 Vers 20). Wir werden also nicht in Vergessenheit geraten.

Hinrich Schorling

Angekommen, herausgefordert, ermutigt

Ende Juli war es endlich soweit, alle Kisten waren gepackt und das Umzugsunternehmen stand vor der Tür. Wir freuten uns und waren bereit: meine Frau, meine beiden Töchter und ich. Nach insgesamt 12 Jahren in der kleinen Freien ev. Gemeinde in Gelsenkirchen-Horst ging es für uns als Familie in die große Freie ev. Gemeinde nach Witten-Bommern. Seit dem 1. August bin ich dort Pastor und meine Frau Gemeindereferentin mit dem Schwerpunkt Kinder und Familien.

Kaum angekommen merken wir, wie herausfordernd dieser Wechsel für uns als Familie, als Eltern, als Ehepaar und natürlich als Hauptamtliche ist. Alles ist neu, will anders organisiert werden und wir müssen wieder ganz viel lernen. Alles ist ganz anders hier als in Gelsenkirchen. Das war uns ja schon vorher klar, aber es dann zu erleben ist doch nochmal ne andere Nummer.

Wie gut und entlastend, dass nicht alles an uns hängt. Immer wieder ermutigt uns ein Satz, den Paulus an die Gemeinde in Philippi geschrieben hat: „Ich bin ganz sicher: Gott, der das gute Werk bei euch begonnen hat, der wird es auch vollenden – bis zu dem Tag, an dem Jesus Christus wiederkommt.“ (Philipper 1,6).

Das ist die gute Nachricht: Nicht ich bin es, der von sich aus etwas bewegen und leisten muss, sondern immer ist es so, dass Gott den Anfang setzt. Die Bewegung geht zuerst mal von ihm aus zu uns. Doch nicht nur das, es ist noch besser: Wenn Gott etwas anfängt, dann – schreibt Paulus – führt er es auch zu Ende. Darauf können wir uns verlassen!

 

Rico Otterbach, Pastor der Freien ev. Gemeinde Witten

Gott antwortet

Höre meine Worte, Herr, und erhöre mich! Öffne deine Augen, Herr, und sieh! – 2. Könige 19, 16

König Hiskia war ein mutiger Mensch. Als König von Juda hatte er, mit Gottes Hilfe, zivile und religiöse Reformen durchgeführt. Doch immer wieder gab es Anfeindungen  und Widerstände, die alle Veränderungen und vor allem Gottes Existenz in Frage stellten.

In so einer Situation bittet Hiskia Gott um Hilfe. Voller Mut und Entschlossenheit fordert er Gott ganz offensiv auf: „Hör doch, sieh doch hin und tu etwas!“ Er weiß, dass Gott dazu in der Lage ist, die Macht dazu hat! Er hat es selbst schon erlebt.  Er achtet und respektiert Gott als den souveränen Herrn in seinem Leben, der handelt. So ist über die Jahre das Vertrauen und eine lebendige Beziehung zu Gott gewachsen. Gott als Herrn dieser Welt und über mein Leben anzuerkennen, ihm zu vertrauen, ist der Schlüssel zu einer persönlichen, lebendigen  Beziehung zu Gott. Eine Beziehung in der ich mutig und entschlossen um Dinge für mein Leben bitten darf. Wenn ich es ehrlich meine, wenn ich bereit bin Gott die Fäden meines Lebens in die Hand zu geben, wird er antworten und handeln.

Gottes Antwort auf Hiskias Gebet hat übrigens nicht lange auf sich warten lassen!

 

Annette Grabosch (Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Witten)

Neue Perspektiven und der rote Faden

Denn alles, was ich bin, bin ich durch dich.
Ich atme ein und aus, ich atme dich.
In allem was ich fühle, spür ich dich.
Ich kann nicht ohne dich.
Ich liebe dich.
(Alles was ich bin – Johannes Falk)

So klang die musikalische Begrüßung im Gottesdienst zur Einführung des neuen Landesjugendpfarrers Christian Uhlstein in der Stadtkirche St. Viktor zu Schwerte am 1. Juli 2021.

Neue Perspektiven sind jederzeit nötig und möglich. Der ACK bedankt sich ganz herzlich bei Christian Uhlstein, der in Witten unsere ökumenische Arbeit sehr unterstützt hat. Er war mit uns sehr verbunden und verwoben, so wie wir es auch in dem Monatsspruch für Juli zugesagt bekommen:

Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir. (Apg. 17,27)

Eine anschauliche Predigt hielt es uns vor Augen: Gott finden wir überall, sowohl in allen Lebensumständen und -abschnitten als auch in unseren eigenen Charakterzügen. Wir sind mit IHM zusammen kreative Mitgestalter*innen des Lebens, beschenkt und aktiviert, immer wieder diesen roten Faden aufzugreifen: Die Liebe und Fürsorge unseres großartigen Gottes, der uns mit seiner himmlischen Perspektive alles zutraut und neu herausfordert, ihm zu folgen… im Privaten wie in unseren Gemeinden, in den kirchlichen wie in den weltlichen Gestaltungsräumen:

Gott sei Dank! Unser Leben sein ein Fest!

zu den Bildern

Nachlese zum ökumenischen Kirchentag

Das Oratorium EINS

war mein persönliches Highlight des Ökumenischen Kirchentags. Es zeichnet sich durch inhaltlichen Tiefgang und musikalische Vielfalt aus. Natürlich hätte ich mir gewünscht, das Ganze nicht zu Hause am Bildschirm, sondern live mit Tausenden in einem Stadion zu erleben. ( Superindentin Julia Holz; Evangelischer Kirchenkreis Hattingen – Witten)

Gut! das es solche Kirchentage gibt.

Miteinander reden, den anderen kennenlernen und das Evangelium Jesu Christi in den Mittelpunkt rücken, so erfährt man wie der/die andere „tickt“. Wir haben gelernt uns digital zu begegnen und auszutauschen, hoffentlich bald wieder in Präsenz.                     ( Udo Bilgard;  NAK )

„Kommt und seht“

unter diesem Motto aus Joh 1,39 versammelten sich am Samstagabend (15.05.) in vielen Städten deutschlandweit Gläubige aller Konfessionen zu dezentralen Kirchentags-Gottesdiensten. Gefeiert wurden konfessionelle Eucharistie- und Abendmahlsfeiern zu denen jeweils die Schwestern und Brüder aus den anderen Kirchen eingeladen waren. „Komma un kumma“  mit dem in die Wittener Mundart übersetzten Wahlspruch begrüßte Pfarrer  Fritz Barkey die Gläubigen in der St. Marienkirche, dem Ort des Wittener ÖKT-Gottesdienstes. Zu dieser Feier hatte die ACK Witten eingeladen. Viele Gläubige und Kirchenvertreter aus allen Konfessionen nahmen daran teil. Die Liturgie wurde von Pfr. Barkey, der Pfarrerin Mareike Gintzel aus der ev. Trinitatis-Gemeinde, Joachim Gresch sowie drei Laienvertretern gestaltet. Im Mittelpunkt der Verkündigung stand das Jesus-Wort: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.“ Daraus sollte sich für jeden Christen ergeben, dass am Tisch des Herrn, gleich in welcher Kirche er steht, ein Platz für die Schwester und den Bruder im Glauben angeboten wird und er willkommen ist. Dass dies nicht nur Lippenbekenntnisse waren, zeigte sich bei diesem ÖKT-Gottesdienst am diesem Samstag Abend in Witten. „Kommt und seht – wie groß die Liebe Gottes ist!“ Dieses Statement des Kirchentags erfüllte und bewegte die Teilnehmer noch weit über den Abend hinaus. ( Joachim Gresch; Katholische Kirche)

 

Bläser erklingen zum Start des Kirchentages

Ökumene in Hattingen, Sprockhövel und Witten: Getrennt, und doch im Glauben vereint

Kirchenkreis. Wer in diesen Stunden in Frankfurt weilt, muss nach den Spuren des 3. Ökumenischen Kirchentages lange suchen. Menschen mir Schals, fröhliche Gesänge in U-Bahnhaltestellen, gelebter Glaube und das gute Gefühl, zu einer großen, engagierten Gruppe zu gehören – der 3. Ökumenische Kirchentag muss ohne all das auskommen. Digital und dezentral – die Pandemie zwingt auch die Christinnen und Christen dazu, lieb gewonnene Traditionen ausfallen zu lassen. Auf eine Tradition mochten die Christinnen und Christen allerdings nicht verzichten: Zum Start des Kirchentags erklingen die Bläser – und zwar nicht nur in Frankfurt, sondern auch in Hattingen, Sprockhövel und Witten…

Es ist nur eine kleine Gruppe von Menschen, die sich am Mittwochmittag vor der Johanniskirche in Witten versammelt. Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) treffen sich am 12.05. um 12.05 Uhr, um symbolisch den Kirchentag zu eröffnen – auch wenn die Lust auf weitere Zoom-Konferenzen und Webinare, auf Online-Gottesdienste und Musikvideos schon mal größer war. Und doch: „Wir rufen den Kirchentag mit dem Kirchentagsruf nach Witten“, gibt sich Hans Werner Ludwig, Kirchentagsbeauftragter und Vorsitzender des Landesausschusses Westfalen, entschlossen. So wollen er und seine Kolleg*innen Interessierte auf die mehr als 80 aus Frankfurt gestreamten Veranstaltungen aufmerksam machen.

Einladung zum konfessionellen Kirchentags-Gottesdienstes am 15.05.2021, um 18.00 Uhr in der St. Marienkirche

Liebe Schwestern und Brüder in der Ökumene,

herzlich möchten wir euch zur Mitfeier unseres konfessionellen Kirchentags-Gottesdienstes „Kommt und seht!“ am 15.05.2021, um 18.00 Uhr in der St. Marienkirche, mit den Worten der Verantwortlichen des 3.ÖKT einladen:

„Kommt und seht!“ – so ermutigt Jesus seine ersten Jünger*innen, die danach fragen, wo er wohnt (vgl. Johannes 1,39). Lassen wir uns von Jesus Christus einladen an die Orte, an denen er seiner Verheißung gemäß gegenwärtig ist!

Bei allen bisherigen ÖKT war die Frage nach der Gemeinschaft im Abendmahl und in der Eucharistie für die Teilnehmer*innen von sehr hoher Bedeutung. Dies wird auch 2021 wieder so sein. Vor dem Hintergrund der in den letzten Jahren vertieften theologischen Bemühungen um Gemeinsamkeiten im theologischen Verständnis, in der spirituellen Haltung und bei der liturgischen Gestaltung von Abendmahl und Eucharistie hat das Präsidium des 3. ÖKT ein Gemeinsames Zeugnis angeregt. Darin soll zu Beginn der konfessionellen Gottesdienste das gemeinsame Vertrauen auf die Gegenwart Jesu Christi bekannt werden. Es bildet den Hintergrund für das gegenseitige Vertrauen in die Gewissensentscheidung derer, die an Abendmahl und Eucharistie einer anderen Konfessionsgemeinschaft teilnehmen-immer im nötigen Respekt für den Gastgeber.

So richtet sich das Augenmerk über den Kreis der evangelischen und römisch-katholischen Gemeinden hinaus auch auf die weiteren Kirchen in der „Arbeitsgemeinschaft der Christlichen Kirchen“ (ACK)

Wir hoffen, dass die konfessionellen Gottesdienste am Abend des 15. Mai 2021 dazu beitragen, den Weg der Einheit der verschiedenen christlichen Kirchen zu stärken und das in der Taufe bereits bestehende sakramentale Band der Einheit zu festigen.

(Stephan Goldschmidt und Dorothea Sattler, Leiter*innen der Projektkommission)

Die notwendige Anmeldung zum Gottesdienst sollte über das Pfarramt St. Marien: Tel.: 02302 56540; Fax: 02302 2781938;  marien@katholisch-in-witten.de. Erfolgen.

Wir freuen uns auf euch

Fritz Barkey und Joachim Gresch

 

Ökumenisches Gedenken an die Verstorbenen der Pandemie am 18.04.2021

 

Witten. Seit mehr als einem Jahr hat die Corona-Pandemie auch Witten fest in der Hand. Von den 3100 Menschen, die bislang in Witten an Covid-19 erkrankt sind, starben 107 Männer und Frauen. „Nur“, mag man denken angesichts der globalen Dimension dieser Pandemie. Doch jeder Tote steht natürlich für ein Schicksal, für ein Leben, für Träume und Pläne, die sich nun nicht mehr erfüllen können. Am 18. April findet ein bundesweiter, durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausgerufener Gedenktag der Corona-Toten statt – und diesen nehmen die Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Witten zum Anlass, ökumenisch verbunden ebenfalls aller Verstorbenen seit März 2020 zu gedenken. Derer, die an und mit Corona verstorben sind und auch derer, die unter den besonderen Beschränkungen des Lockdowns ihren letzten Weg gehen mussten.

„Wir wollen der Trauer, aber auch der Hoffnung einen Raum geben“, erläutert Julia Holtz, Superintendentin im Evangelischen Kirchenkreis, das gemeinsame Engagement. Dazu öffnen die Protestanten am Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr die Johanniskirche in der Wittener Innenstadt. Zu jeder vollen und halben Stunde gibt es einen kurzen, geistlichen Impuls; daneben ist viel Zeit für das stille Gedenken an die Verstorbenen und für die Möglichkeit, Kerzen zu entzünden. Vertreter*innen der ACK sind vor Ort und stehen für Gespräche zur Verfügung. „Trauer und Abschied lassen sich nicht auf eine Konfession festlegen, darum sind wir froh, dass wir durch die Beteiligung aller ACK-Kirchen gemeinsam einen Raum anbieten können, um an die Menschen zu denken“, so Udo Bilgard von der Neuapostolischen Kirche. Sein protestantischer Amtsbruder Claus Humbert erinnert sich an den besonderen Schmerz vieler Angehöriger, weil Beerdigungen unter den besonderen Corona-Bedingungen eben nicht wie gewohnt im großen Kreis stattfinden konnten. „Gerade eine würdevolle Beisetzung ist für viele Trauernde ein großer Trost.“ Friedrich Barkey (Katholische Kirche) ist darum dankbar, dass der Bundespräsident mit seiner Initiative eine Möglichkeit geschaffen hat, im ganzen Land an einem gemeinsamen Tag der Verstorbenen, ihrer Angehörigen, aber auch derjenigen zu gedenken, die heute noch an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung leiden.

Auch das Ev. Krankenhaus in Witten beteiligt sich mit einer Aktion. Von Freitag, 16. April, bis Sonntag, 25. April, gibt es im Eingangsbereich des Krankenhauses an der Pferdebachstraße einen Gedenkort, um der Trauer einen Raum zu geben. An dieser Stelle wird ein Apfelbaum als Baum der Hoffnung aufgestellt. Mitarbeitende und Menschen, die zu einem Besuchs- oder Arzttermin ins Evangelische Krankenhaus kommen, können auf farbigen Karten beschreiben, woraus sie in diesen Pandemie-Zeiten Zuversicht schöpfen. Diese Karten können sie anschließend in die Zweige des Baumes hängen. Zudem besteht die Möglichkeit, seine Anteilnahme in einem Kondolenzbuch zum Ausdruck zu bringen.

Das Team rund um Krankenhausseelsorger Stephan Happel möchte damit Raum geben für das Gedenken, für Trauer und Hoffnung. Nach dem 25. April wird der Apfelbaum auf dem Gelände des Krankenhauses eingepflanzt, damit die Hoffnung auch Wurzeln schlagen kann

Zum Gedenken und persönlichen Gebet sind darüber hinaus am 18. April viele Kirchen in Witten geöffnet. Einzelheiten erfahren Interessierte in den Gemeindebüros, auf den Homepages und in den Schaukästen der Gemeinden.

Bildzeile: Tauffenster in der Johanniskirche. Dort können Menschen am 18. April Kerzen anzünden, beten und kurzen Impulsen lauschen.