An die Mitglieder
des Wittener Integrationsrats
des Wittener Internationalen Netzwerks (WIN)
der Wittener Moscheegemeinden Sultan-Achmet-Camii, Fatih Camii, Ayasofya Camii und das Bosnische Kulturzentrum
Witten, im Februar 2020
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
angesichts des furchtbaren Attentats von Hanau möchten wir als Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Witten unsere große Betroffenheit zum Ausdruck bringen und allen Opfer und deren Angehörigen unser tiefes Mitgefühl aussprechen.
Mit Entsetzen nehmen wir zur Kenntnis, dass Menschen anderer Herkunft oder Religion in unserer Mitte diskriminiert oder bedroht werden. Dagegen betonen wir, dass aus christlicher Sicht die Würde jedes Menschen unantastbar ist. Wir glauben, dass jedem Menschen als Geschöpf Gottes in gleichem Maße Achtung und Wertschätzung gebührt, unabhängig von seiner ethnischen Herkunft, Religion oder Weltanschauung.
Wir sind sprachlos, aber auch wütend und beschämt über den wachsenden Hass in Teilen unserer Gesellschaft, der von menschenfeindlichem, rassistischem, antiislamischem und antisemitischem Gedankengut durchdrungen ist. Diese Gewalttat ist die brutale Konsequenz des Gifts, das rechtspopulistische und rechtsextreme Kreise streuen. Dagegen treten wir für eine tolerante und offene Gesellschaft ein, in der jeder Mensch in Freiheit, Würde und Sicherheit leben kann, und bekunden unsere Solidarität mit allen Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt.
Am vergangenen Sonntag haben wir in unseren Gottesdiensten der Opfer von Hanau und ihrer Angehörigen gedacht und für ein gutes Miteinander in unserem Land und unserer Stadt gebetet.
Allen, die sich direkt oder indirekt durch rassistische Gewalt bedroht fühlen, möchten wir unsere uneingeschränkte Solidarität bekunden. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir uns dafür starkmachen, dass alle Menschen in Witten in Frieden, Freiheit und Menschenwürde mit einander leben können.
Gezeichnet:
Pfarrer Claus Humbert (Vorsitzender der ACK-Witten)
Pfarrer Fritz Barkey (Stellvertretender Vorsitzender)
Udo Bilgard (Stellvertretender Vorsitzender)
Pfarrerin Julia Holtz (Superintendentin)
Hier können Sie den offenen Brief der ACK-Witten als pdf-Dokument herunterladen.
In der ACK sind die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Witten (Baptisten), die Selbstständig Evangelisch-Lutherische Kreuzgemeinde (SELK), die Freie evangelische Gemeinde Witten-Bommern (FeG), die Neuapostolischen, die Römisch-Katholischen sowie die Evangelischen Kirchengemeinden Wittens zusammengeschlossen.

Witten. „Suche den Frieden und jage ihm nach“ – unter diesem Motto stand der Friedensgottesdienst, zu dem die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Witten am 1. September in die Johanniskirche eingeladen hatte. An diesem wichtigen Datum gedachten die rund 150 Teilnehmenden an den Ausbruch des 2. Weltkriegs vor 80 Jahren. Gleichzeitig wurde aber auch die Dankbarkeit für fast 75 Jahre Frieden spürbar.
Die Predigt hielt Dr. Pete Wilcox, Bischoff von Sheffield, als besonderer Gast zum Friedensgedenken. Zwischen dem dortigen anglikanischen Bistum und der evangelischen Kirche hier in Witten besteht eine rund 30-jährige Partnerschaft. In seiner Predigt erinnerte Wilcox daran, dass es ein Privileg ist, in Friedenszeiten leben zu dürfen. Frieden fällt nicht vom Himmel. Er beruht auf Gerechtigkeit und wird da Realität, wo sich Menschen für den Ausgleich von Ungerechtigkeiten und ein faires Miteinander einsetzen.






Witten. Mit ihrer Unterschrift unter einer gemeinsamen Satzung beurkundeten am gestrigen Sonntag die sechs christlichen Kirchen der Stadt ihren Willen, als „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Witten (ACK)“ nun auch gemeinsam erkennbar zu sein. 300 Christinnen und Christen aus den teilnehmenden Religionsgemeinschaften feierten in der Erlöserkirche in Annen einen fröhlichen Gottesdienst zur Gründung der ACK-Witten. Dabei standen der gemeinsame Glaube, das Gemeinwohl und die gemeinsame Verantwortung für die Stadtgesellschaft im Mittelpunkt: „Wir wollen in der ACK mit einer Stimme das Wort ergreifen und uns für die einsetzen, die in unserer Stadt und in unserer Gesellschaft an den Rand gedrängt werden“, formulierte Udo Bilgert von der Neuapostolischen Kirche (NaP).
Symbolisch wurde im Gottesdienst aus sechs Würfeln ein Kreuz gebaut. Jeder der Würfel steht für je eine der Kirchen, die sich dem interessierten Publikum kurz vorstellte. Zwischen der Gründung der katholischen Kirche im Jahr 30 nach Christus und der Entstehung der Neuapostolischen Kirche in Witten vor knapp 120 Jahren liegen nicht nur fast zwei Jahrtausende, sondern auch eine wechselvolle und oft auch blutige Kirchengeschichte, in der nicht zuletzt immer auch um die „richtige“ Auslegung des Glaubens gerungen wurde.
Ein erstes erkennbares Ergebnis der neuen Gemeinschaft ist der Projektchor, den Finn-Ole Steffen von der Kreuzgemeinde (SELK) mit Musikbegeisterten aus allen beteiligten Gemeinden zusammengeführt hat. „We can move mountains“ – Wir können Berge versetzen, schallte es zuversichtlich durch die Erlöserkirche, bevor die Gemeindevertreter zur Tat schritten.






