Ökumenischer Pfingstgottesdienst

Am Pfingstmontag, 09.06., feierten Christen und Christinnen aus den unterschiedlichen Wittener Gemeinden einen ökumenischen Gottesdienst unter Leitung der Pfarrerin Heike Bundt an der Johanniskirche mitten in Witten. Thema war das Pfingstgeschehen vor fast 2000 Jahren. Weit mehr als 100 Teilnehmer/innen nahmen an diesem Ereignis teil und nutzen anschließend die Möglichkeit zu einem persönlichen Austausch. Diese Einrichtung, die noch auf die Initiative des bereits verstorbenen Pfarrers Claus Humbert zurückgeht, hat sich bereits seit einigen Jahren bewährt und erfreut sich steigender Beliebtheit, weil Gläubige aller Konfessionen zusammenkommen und ihren Glauben gemeinsam bekennen.

Walter Hein gestorben

Der Tod von Walter Hein hat tiefe Betroffenheit in den Gemeinden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Witten ausgelöst. Walter Hein war dem ökumenischen Denken und Handeln gegenüber sehr offen und hat die Arbeit der ACK Witten viele Jahre unterstützt. Unser Miteinander hat von seinem menschenfreundlichen Wesen und seinem Engagement profitiert. Wir werden ihn vermissen, wie viele andere auch, die wir mit ihm eine Zeit hier gemeinsam über diese Erde gehen durften. Er hat im Glauben gelebt und darf nun schauen, was er geglaubt hat. Neben der Trauer bleibt die Hoffnung auf das Wiedersehen in der neuen Welt.

Verschaff mir Recht

In über 70 Ländern der Welt sind gleichgeschlechtliche Handlungen derzeit strafbar, in vielen dieser Länder hat die katholische Kirche einen großen Einfluss auf Politik und Gesellschaft. Die Strafen reichen von Geldstrafen über mehrjährige Haftstrafen bis hin zur Todesstrafe. In der Ausstellung „Verschaff mir Recht“ berichten LGBT-Katholik*innen von ihrer Kriminalisierung durch Staat und Kirche in ihren Heimatländern. Dort werden sie aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Genderidentität wie Verbrecher behandelt, oder müssen versteckt und in Angst leben. Ein glückliches und normales Leben ist für sie dadurch fast unmöglich. Die Ausstellung wurde im Auftrag der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. im Rahmen des Projekts „Gleichberechtigung von LSBT in der katholischen Kirche“ erstellt. Mit dieser seit 2019 durch Deutschland und der Schweiz tourender Ausstellung wollen wir auf die noch immer unhaltbare Situation in vielen Ländern der Erde aufmerksam machen. Insbesondere in Osteuropa sowie in Afrika und Asien hat sich die Lebenssituation queerer Menschen dramatisch verschlechtert. Personen und Vereinigungen, die z. B. in Russland oder Belarus für die Rechte queerer Menschen eintreten, werden als Staatsfeinde betrachtet. In vielen Ländern Asiens und Afrikas wie z. B. auf der arabischen Halbinsel oder in Uganda sind Menschen, die sich zu ihrer Queerness bekennen oder die queere Menschen unterstützen, von Staats wegen mit dem Tode bedroht. Insbesondere in Afrika geben Vertreter der katholischen Kirche dabei kein gutes Bild ab. Ein Beispiel ist Alicia Nalunkuma aus Uganda: Alicia Nalunkuma aus Uganda ist als Junge geboren, fühlte sich aber immer schon als Mädchen. Seit ihrer Kindheit ist sie massiver Gewalt und Ablehnung ausgesetzt, auch von der staatlichen Polizei. Die Lage verschlimmerte sich in den letzten Jahren. „Ich fühlte mich schon in meiner Kindheit als Mädchen. Das Gefühl selbst war eigentlich vollkommen okay, schlimm daran war nur, überall ausgeschlossen und diskriminiert zu werden, egal wo man hinkommt. Weil ich mich nicht wie ein normaler Junge benehmen konnte, wurde ich von jeder Schule geschmissen. Als ich 14 Jahre alt war, hatten es meine Eltern satt. Sie gaben mich in ein Waisenhaus. In Uganda gibt es eine starke Kriminalisierung von LGBT-Personen, aber für Transgender-Leute ist es noch schlimmer. Es gibt keine Gesetze, die uns irgendwie schützen. In Witten-Herbede wird die Ausstellung in der Kirche St. Peter und Paul, St.-Peter-und-Paul-Platz 1, 58456 Witten gezeigt. Zur Eröffnung am 25. August wird der ehemalige, langjährige Leiter des kath. Forums in Dortmund und derzeitige Leiter des geistlichen Zentrums Kohlhagen (Kirchhundem), Pater Siegfried Modenbach, SAC um 11:30 Uhr den Gottesdienst halten. Geöffnet ist die Ausstellung immer sonntags von 12:30 bis 16:00 Uhr, dienstags von 13:00 bis 16:00 Uhr und donnerstags von 15:00 bis 18:00 Uhr. Sonderöffnungszeiten für Gruppen können telefonisch vereinbart werden: Tel.: 0160-5521437 Zum Abschluss der Ausstellung wird der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für die Seelsorge an queeren Menschen, Weihbischof Ludger Schepers aus Essen den Gottesdienst um 11:30 Uhr halten. Nach diesem Gottesdienst besteht die Möglichkeit zu Austausch und Gespräch im angrenzenden Pfarrheim, Wittener Str. 57. Wegen einer Abendveranstaltung in der Kirche und des dazu notwendigen Umbaus schließt die Ausstellung selbst direkt im Anschluss an den Gottesdienst. Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei. Für das Begleitheft erheben wir eine Schutzgebühr von 1 Euro. Spenden erbitten wir für die Queere Nothilfe Uganda. Eine Spendenbox wird bereit stehen.

Queer*Gottesdienst 2024 in Witten

Am 17. Mai 2024 fand in der Johanniskirche ein ökumenischer Queer*Gottesdienst unter dem Motto „hoffen – stärken – handeln“ statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von einem ehrenamtlichen Team in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Witten. Über 100 Menschen aus der gesamten Region kamen zusammen, um gemeinsam zu feiern und ein starkes Zeichen der Solidarität und Gleichberechtigung zu setzen. Der 17. Mai wurde passenderweise als Veranstaltungstag ausgewählt, da dies der „Internationale Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie“ (IDAHOBIT) ist. Weltweit wird am IDAHOBIT für Gleichberechtigung und den Abbau von Vorurteilen gekämpft.

Der Gottesdienst, der von verschiedenen Vertreterinnen und Vertretern aus dem gesellschaftlichen Leben Wittens besucht wurde, stand im Zeichen der Hoffnung und des gemeinsamen Handelns für eine gerechtere Welt. Interaktive Elemente, wie die Nutzung von „Mentimeter“, ermöglichten den Teilnehmenden, ihre Hoffnungen und Wünsche aktiv einzubringen und miteinander zu teilen. Diese Beteiligung schuf eine lebendige und verbindende Atmosphäre.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Kollekte, die für die Queere Nothilfe des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD) in Uganda gesammelt wurde. Die Lage für queere Menschen in Uganda hat sich in den letzten Monaten durch gesetzliche Verschärfungen dramatisch verschlechtert. Der Erlös der Kollekte soll dazu beitragen, lebensnotwendige Unterstützung zu leisten, da queere Menschen in Uganda zunehmend von lebenslangen Freiheits- und sogar Todesstrafen bedroht sind.

Im Anschluss an den Gottesdienst fand ein geselliges und buntes Zusammensein auf dem Kirchhof und im Gemeindecafé Joe’s statt. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Der Queer*Gottesdienst in Witten war ein großer Erfolg und ein klares Zeichen dafür, dass die Queere Community in ihrer Vielfalt stark und solidarisch zusammensteht und auf die Unterstützung durch die Wittener Kirchengemeinden bauen kann. Die Organisatoren danken allen Teilnehmenden und Unterstützer*Innen für ihren Beitrag zu diesem besonderen Tag.

Wittener Kreuzzelt eröffnet

Mit einem Familiengottesdienst und anschließendem Sommerfest hat die Wittener Kreuzgemeinde am 30. Juni ihre diesjährige Kunstaktion eröffnet: das „Wittener Kreuzzelt. Zunächst begeisterte der Kinderchor der Kreuzgemeinde unter Leitung von Finno Steffen und Barbara Schorling die Gottesdienstgemeinde mit der Aufführung von Teilen der Josefskantate von Thomas Nickisch. Dann predigte Pfarrer Hinrich Schorling „unter dem Kreuzzelt“ und gab eine kurze Einführung in die Kunstaktion.

Die Idee geht zurück auf den Wuppertaler Künstler und Pastor Michael Bracht. Der hatte am 14. April im Gottesdienst als Prediger das Leben als Christ mit einem Pilgerweg verglichen, zu dem ein Zelt als Behausung gut passt. Diese Idee wurde weiterentwickelt, immer mehr Menschen kümmerten sich um die Realisierung, haben mitgedacht und mitgemacht.

An vier Sonntag konnten die Besucher der Gottesdienste Kreuze in mehreren Größen auf große Stoffbahnen malen. Immer mehr wurde es ein Kunstprojekt der Gemeinde.

Die verschiedenen Farben der Kreuze symbolisieren ganz unterschiedliche Lebenserfahrungen, wie Schorling in der Predigt erläuterte. Lila und blau stehen für die schweren Zeiten, die die Gemeinde erlebt hat in der Gründungszeit oder auch in der Zeit des Nationalsozialismus. Rot und orange für Schutz und Trost, den Menschen hier immer wieder finden, wenn das Leben herausfordernd wird, etwa wenn eine schlimme Diagnose die eigene Lebensplanung zerstört und dann andere da sind, mit mit-tragen, aushalten, mit-beten. Gelb steht für die unbändige Lebensfreude, wie sie gerade die Kinder immer wieder ausstrahlen und die von der Gemeinde ausgeht. Grün schließlich für die Hoffnung, die hier in Gottes Zelt wohnt. Und im Hintergrund, als eigentliches Zentrum, Jesus Christus, der gekreuzigte und auferstandene Erlöser!

Das „Wittener Kreuzzelt“ wird in den nächsten Monaten im Altarraum in der Kirche aufgebaut bleiben. Verschiedene Aktion sind geplant wie ein Segnungsgottesdienst am 25. August und ein Konzert von wireless am 9. November. Den Abschluss bildet ein Festgottesdienst zum Ewigkeitssonntag am 24. November, wenn sich die Gemeinde an Gottes Wohnung bei den Menschen im himmlischen Jerusalem (Offgb.21) erinnern lässt.

Verabschiedung von Pastorin Anja Strömann

Am Sonntag, den 9. Juni 2024 war die Verabschiedung von Pastorin Anja Strömann aus dem Dienst in der FEG (Freien Evangelischen Gemeinde Witten). Sie war Gründungsmiglied der ACK Witten, aus der sie nun natürlich auch ausscheidet.

Wir werden sie und ihre tatkräftige, frische Art vermissen.

Für die FEG folgt auf ihren Platz in der ACK ihr Kollege: Pastor Rico Otterbach.